Den Zusammenhang zwischen Armut und Mangel an Bildung kann man auch in unserem Land feststellen, wo Schule und oft sogar die Schulbücher kostenfrei sind. Offenbar "sind die Hürden des Bildungssystems so hoch, dass die Schwachen sie nur selten überspringen können: Bildungschancen werden weiterhin sozial vererbt. So weist der Armutsbericht aus, dass die Chancen für eine Gymnasialempfehlung für ein Kind aus einem Elternhaus mit hohem Sozialstatus fast dreimal so hoch wie die eines Facharbeiterkindes sind. Und Kinder aus gut verdienenden Elternhäusern haben sogar eine 7,4-fach größere Chance ein Studium aufzunehmen (vgl. Armutsbericht 2004). Menschen ohne Bildung und Ausbildung tun sich nicht nur schwer einen Job zu finden (außer vielleicht einen Niedriglohnjob), sondern sie wissen oft auch nicht, was sie sonst tun müssen, um ihre Familie zu ernähren."
Reiner Prölß, Sozialreferent der Stadt Nürnberg