Lichtblick in der Not
30 Jahre alkoholfreier Freizeitclub Alexander-Oase bei der Caritas
Ziemlich wüst nahm sich Fürth für Alkoholsüchtige aus, bevoreine Initiative zur Gründung einer Selbsthilfegruppe auftauchte. TrockeneAlkoholiker hatten der Sucht den Kampf angesagt und wollten Leidensgenossenhelfen, sich ebenfalls von der Abhängigkeit zu befreien. Bei der Caritas fandensie fruchtbaren Boden für ihr Projekt: die Alexander-Oase.Vor 30 Jahren öffneteder damalige Fürther Caritas-Geschäftsführer Erwin Schneider den Initiatoren dieTüren der damals noch in der Alexanderstraße 30 beheimatetenVerbandsgeschäftsstelle. Im dritten Stock des Caritas-Hauses überließ er ihnenRäume zum Aufbau einer Selbsthilfeeinrichtung. Um Kosten zu sparen, renoviertendie sechs Gründungsmitglieder ihr neues Quartier mit großem Engagement und vielGeduld in monatelanger Arbeit selbst.
Ihr Beispiel blieb anderen Wohltätern nicht verborgen. DerLions-Club Fürth zum Beispiel spendete unter anderem ein Fotolabor und einenBrennofen für den Töpfer-Kurs. Der Schwerpunkt der Arbeit in der neuenEinrichtung lag auf kreativer Freizeitgestaltung. Damit sollte eininteressantes Kontrastprogramm zum Alkoholkonsum geboten werden. Der NameAlexander-Oase ergab sich aus der Adresse. Er wurde gewissermaßen zu einer Marke,die man auch dann noch beibehielt, als die Caritas 2005 ihr Haus verkaufte undins City Center an die Königstraße zog. Seither verfügt die Alexander-Oase überkeine eigenen Räume mehr. Ihre Daseinsberechtigung hat die Oase freilich nichtverloren. Die Caritas bietet ihr weiterhin Quartier. Nur muss sie sich dieneuen Räume mit anderen Initiativen des Wohlfahrtsverbands teilen. VomTöpferofen musste sich die Alexander-Oase aus Platzmangel ebenso trennen wievom massiven Billardtisch. Nur eine Dartscheibe konnte hinübergerettet werdenin die neue Umgebung.
Unglücklich ist die Leiterin der Oase, Marion Hagen,allerdings nicht. Denn der Komfort der modernen Küche kommt auch ihrerEinrichtung zugute. 2007 ist Hagen in die Fußstapfen von Kurt Kaueraufgestiegen, der den alkoholfreien Treff 14 Jahre lang geleitet und auch geprägthat. In seiner Ägide erhöhte sich die Zahl der aktiven Mitglieder auf 40. Hagenselbst gehört bereits seit 25 Jahren zu den Aktiven und ist neben UrgesteinJosef Langer eine Säule der Einrichtung. Geborgenheit, Anregungen und neuePerspektiven finden die Besucher der offenen Clubabende am Montag undDonnerstag von 17.30 bis 21 Uhr. Ein wenig familiär geht es zu, wennGeburtstage mit selbst gebackenen Kuchen gefeiert oder Kinos besucht werden. Zuden Höhepunkten im Jahresprogramm gehören die Erholungsaufenthalte imFreizeitheim in Rottmannsdorf bei Lichtenfels. In der Gemeinschaft fallenAktivitäten leichter, die Wege aus der Alkoholabhängigkeit öffnen.
Die Anregungder Clubabende strahlt noch ins Privatleben aus. Denn viele Oasen-Besucherpflegen auch hier die Kontakte. Lesen, Karteln und vor allem Reden: dieAlexander-Oase hat sich als Ruhepol im problematischen Alltag längst einenNamen gemacht. Deutlich wurde es einmal mehr bei der Feier des 30-jährigenJubiläums. Was die Mitglieder dazu aufgeboten hatten, konnte sich sehen lassen.Angefangen vom opulenten Buffet bis hin zur Sonderausgabe des Vereinsorgans„Flaschenpost“. Abnutzungserscheinungen zeigt die Oase nicht. In engerZusammenarbeit mit der Psychosozialen Beratungsstelle des Caritasverbandes wirdimmer noch effektiv Hilfe geleistet. Dazu gehören auch Informationsbesuche inFachkliniken.
Weitere Auskünfte zum Programm der Alexander-Oase erteiltMarion Hagen montags bis freitags zwischen 16 und 18 Uhr unter Telefon (0157)81873228