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Fürther Wohlfahrtsverband zu Missbrauchsskandal und Vielfalt

Datum:
Veröffentlicht: 4.2.22
Von:
Claudia Banea

Caritas: Gelebte Diversität ist eine große Bereicherung

Die Fürther Caritas unterstützt die vorbehaltlose Aufarbeitung des Missbrauchsskandals sowie das Bemühen um glaubwürdige Veränderungen in der Katholischen Kirche. Im Hinblick auf das jüngste Outing zahlreicher Mitarbeitender von Kirche und Caritas in einer Dokumentation der ARD bekennt sich der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Fürth e.V. zugleich zur Vielfalt von Lebensformen unter seinen Mitarbeitenden und fordert von der Kirche eine Öffnung gegenüber der Lebenswirklichkeit moderner Menschen.

Die Fürther Caritas unterstützt die vorbehaltlose Aufarbeitung des Missbrauchsskandals sowie das Bemühen um glaubwürdige Veränderungen in der Katholischen Kirche.

Im Hinblick auf das jüngste Outing zahlreicher Mitarbeitender von Kirche und Caritas in einer Dokumentation der ARD bekennt sich der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Fürth e.V. zugleich zur Vielfalt von Lebensformen unter seinen Mitarbeitenden und fordert von der Kirche eine Öffnung gegenüber der Lebenswirklichkeit moderner Menschen.

Missbrauchsskandal beschädigt auch Ansehen der Caritasarbeit in Pflege und Beratung

Bezugnehmend auf die öffentliche Stellungnahme der Pastoralkonferenz des katholischen Dekanats Fürth betonte Michael Bischoff, geschäftsführender Vorstand der Caritas: „Der Umgang mit Missbrauch und Grenzüberschreitungen in der Katholischen Kirche beschädigt auch das Ansehen unserer täglichen Arbeit in der Caritas als Ausdruck christlicher Nächstenliebe in schwer erträglicher Art und Weise.“

Die Stellungnahme, die die Pastoralkonferenz beschlossen habe, sei nicht nur Zeichen des aufrichtigen Mitgefühls mit den Opfern, sondern auch „eine feste Zusage an alle Menschen, die an der Katholischen Kirche zweifeln, dass auch auf der Ebene des Dekanats Fürth eine offene Auseinandersetzung und glaubwürdige Veränderungen angestoßen werden sollen.“ „Letztlich“, so Michael Bischoff, „hängt auch das Profil unserer Caritas als katholischem Wohlfahrtsverband von der Glaubwürdigkeit der Kirche ab.“ Deshalb unterstütze man den angestoßenen Prozess ausdrücklich.

Caritasverband: Sexuelle Lebensform hat keine arbeitsrechtlichen Auswirkungen

Viele aufrichtige und aktive katholische Christinnen und Christen kämpfen für das Hinterfragen autoritärer Strukturen, für die Erneuerung der Kirche als Ort von Seelsorge und spiritueller Gemeinschaft und für die Öffnung in die heutige Lebenswirklichkeit moderner Menschen. Diese Menschen hätten es verdient, dass die Caritas an ihrer Seite stehe.

Als Meilenstein würdigt Michael Bischoff deshalb die eindeutige Positionierung des Caritas-Diözesanverbandes (DiCV) Bamberg zu sexueller Lebensform und geschlechtlicher Identität. Anlässlich des ARD-Films vom 24.1.2022 über die Ängste kirchlicher und Caritas-Mitarbeiten-der wegen abweichender Lebensformen stellte der DiCV fest, dass die sexuelle Lebensform und die geschlechtliche Identität der Mitarbeiter*innen im Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg grundsätzlich keine arbeitsrechtlichen Auswirkungen hat, sofern die Mitarbeiter*innen nicht in der Verkündigung tätig sind.“ Man arbeite darauf hin, dass sich die Loyalitätsobliegenheiten im kirchlichen Arbeitsrecht entsprechend weiterentwickelten.

Die Fürther Caritas sei für alle Menschen da, die Hilfe brauchen – unabhängig von Religion, Herkunft, sexueller Lebensform und geschlechtlicher Identität. Da sei es nur konsequent, so Bischoff, „dass wir hier als Dienstgeber bei unseren Mitarbeiter*innen ebenfalls keine Unterschiede machen. Unser Caritas-Verband ist bei haupt- wie ehrenamtlich Mitarbeitenden ein Beispiel für Diversität und sieht dies ausdrücklich als große Bereicherung an.“