Caritas zur Migrationsdebatte

Menschen in ihren Ängsten nicht alleine lassen
Caritas-Vorstand Michael Bischoff warnt vor falschen Versprechungen: „Herr Merz und die Union vermitteln den Eindruck, dass man mit pauschaler Härte gegen Geflüchtete und psychisch erkrankte oder traumatisierte Menschen tödliche Anschläge vermeiden kann. Machen wir uns jedoch nichts vor: Magdeburg oder Aschaffenburg hätte keine der die diskutierten Gesetzesänderungen verhindert.“
Bischoff: „Sicherheit schaffen und Menschenrechte wahren“
Das 10köpfige Beratungsteam der Caritas an 19 Standorten in Stadt und Landkreis Fürth kennt die Herausforderungen der Migrationspolitik genau, so Michael Bischoff: „Wir beraten jährlich 1400 Einzelpersonen und Familien und arbeiten dabei auf der Basis des Rechtstaats. Deshalb erwarten wir von der Politik, die Probleme sorgfältig zu analysieren und Lösungen zu finden, die Sicherheit und Menschenrechte gleichermaßen wahren.“ Gerade in Bayern gebe es massive Vollzugsdefizite, wie nicht nur der Fall eines ausreisepflichten Vergewaltigers in Fürth vor Jahren gezeigt habe: „Hier braucht es zielgerichtete Sanktionen. Sonst werden all diejenigen, die unsere Gesellschaft bereichern und mit großer Motivation an ihrer Integration arbeiten, unter den Generalverdacht gestellt.“
Caritas: Menschenwürde ist unantastbar und nicht von Umfragen abhängig
Wenn auch in Stadt und Landkreis Fürth geflüchtete Menschen beleidigt, beschimpft und at-tackiert werden, dürfe das niemanden gleichgültig lassen, so Michael Bischoff: „Bereits jetzt halten Migrantinnnen und Migranten als Ärzte und Pflegekräfte, IT-Spezialisten und Busfahrer oder auch als Mitarbeitende in der Caritas unsere Gesellschaft am Laufen. Angesichts der Alterung unserer Gesellschaft und zurückgehender Flüchtlingszahlen sind Begriffe wie ´Zu-strombegrenzung´ oder ´Remigration´ nicht nur unzutreffend, diskriminierend und brandge-fährlich, sondern auch unglaublich kurzsichtig.“
In Beratung, Begegnungsangeboten und sozialen Diensten fördere die Caritas mit 70 haupt-und fast 200 ehrenamtlich Mitarbeitenden sozialen Frieden und Solidarität. Der Caritas-Vor-stand appelliert deshalb an alle demokratischen Parteien, die christliche Botschaft als ethisches Fundament unserer Gesellschaft zu verteidigen – „ganz unabhängig davon, ob man selbst Kirchenmitglied ist oder wie die Umfragen stehen. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dies umzusetzen ist Aufgabe der Politik, erst recht, wenn sie sich christlich nennt.“